38.000 m² gesamte
Wasserfläche
8.000 m² entfallen für den Hafenbetrieb
2,0 m Wassertiefe ist das Ziel
2.000 Tonnen Schlick müssen jährlich geräumt werden
Durch das kontinuierliche Baggern und Umlagern in der Elbe im Rahmen der
Fahrrinnenanpassung ist ständig sehr viel Schlick in der Schwebe. Gelangt
dieser mit der Flut in strömungsarme Bereiche wie z.B. unseren Dockhafen,
sinkt der eingebrachte Schlick zu Boden und verringert auf Dauer die Wassertiefe.
Durchschnittlich
2 Mal am Tag, 720 Mal im Jahr, jedes Mal die Dicke einer €-Münze.
Der abgelagerte Schlick besteht aus fossilen, pflanzlichen und schluffigen
Bestandteilen und nur wenig Sand. Der Elbschlick darf nicht an Land abgelagert
werden. Gemäß dem Verursacherprinzip kann er aber in die Elbe
zurückgeführt werden.
Mitte der 80ger Jahre wurde in Holland eine Methode entwickelt, die abgelagerten
und sogar verfestigten Schlick wieder fließfähig macht.
"Water Injection Dredging", kurz WID genannt, hieß die Zauberformel
und löste die Schlickharke ab. WID-Schiffe auf der Elbe tragen die
Namen NJÖRD, JETSET und AKKE. Die AKKE räumt im Winter den Hamburger
Yachthafen und die NJÖRD ist mehrfach schon im Pinnau- und im Krückausperrwerk
gesehen worden.
Beim Wasser-Injektionsverfahren drücken Düsen große Menge
Wasser mit geringem Druck in das Sediment, um den Wasseranteil darin wieder
zu erhöhen. Der Wasserschwall und die bodennahe Verwirbelung reiben
den Schlick zu einer fließfähigen Masse auf. Dabei bewegt sich
das Spülgerät mit einer "Speed" von 1,8 km/h über
den Grund. Also eine ziemlich langweilige und kalte Angelegeheit im Winter.
Auf
der Internetplattform YouTube gibt es eine einprägsame Demonstration
der Methode. (Doppelklick)
Hat der Hafenboden zudem Gefälle, beginnt diese Suspension allein durch
die Schwerkraft zum tieferen Punkt zu fließen. Im SVP Hafen ist dies
das Stautor. Der Gezeitenstrom der Pinnau übernimmt den Weitertransport
in die Elbe.
Immer die kommerziellen Vorbilder vor Augen, begannen die ersten Experimente
einer Gruppe WID-Interessierter im Oktober 2003. Basierend auf den erfolgreich
verlaufenden Versuchen beschloss der Vorstand noch im gleichen Jahr die
Realisierung.
Das Spülgerät wurde im Februar 2005 geliefert. Bereits die ersten
Probefahrten ergaben überwältigende Ergebnisse. Mit einer einzigen
Fahrt durch den 250 m langen Hafen wurde eine 2,5 m breite und fast 30 cm
tiefe Rinne erzeugt. Das waren Tonnen von Schlick, die mit einer einzigen
Fahrt aus dem Hafen wieder in die Elbe zurückgereicht wurden.
Das obige Foto zeigt den terassenförmigen Abtrag des Schlicks.
Im unteren Bild sieht man die Abgabe des Schlicks nach den WID-Einsätzen
in die Pinnau. Dort wird er weiter stark verdünnt und mit dem Ebbstrom
in die Elbe transportiert. Geschlickt wird jeweils 1 Stunde nach HW bis
2 Stunden vor NW und bei sehr niedrigen Wassertemperaturen. Somit ist gewährleistet,
daß der Schlick in Bewegung bleibt und sich nicht im Sperrwerk oder
im Mündungskanal wieder ablagert.
Mit großem ehrenamtlichen Einsatz einiger Mitglieder und einer kräftigen
finanziellen Unterstützung durch den Kreis Pinneberg und dem Landessportverband,
konnte dieser existenzbedrohende Zustand abgewendet werden.
Die Seglervereinigung Pinnau bedankt sich herzlich.
Tidengewässer haben auch für Könner so ihre Tücken
- son`n Schiet auch!
2. Januar 2012